TC Günzburg übernimmt eine Vorreiterrolle
Neuer Sandbelag in Bayern einzigartig
Günzburg / tepe / Für eine Zwischen-bilanz ist es nach zwei Monaten Betriebszeit zwar recht früh, alles deutet freilich schon jetzt darauf hin, dass die Investition von rund 170 000 Euro genau die richtige Entscheidung war. Dem Tennisclub Günzburg gelang mit der Sanierung seiner vereinseigenen Halle wie erhofft offenbar der große Wurf. Das neue Hallendach und weitere Dämmungsmaßnahmen führten dazu, dass bis auf den heutigen Tag, freilich durch die Witterung begünstigt, noch nicht geheizt werden musste. Als Volltreffer erwies sich auch der neue Belag auf den beiden Spielfeldern.
Fehlende Isolierung und durch explodierende Heizölpreise enorm gestiegene Unterhaltskosten ließen eigentlich keine Alternative zu einer Sanierung der vor über drei Jahrzehnten erstellten Tennishalle zu. Zumal bei anhaltenden Niederschlägen an vielen undichten Stellen Wasser eindrang und den Spielbetrieb enorm störte. Vor allem aber auch den weit über 100 Jugendlichen und Kindern, die dort im Winterhalbjahr regelmäßig trainieren, fühlt sich der Verein in hohem Maße verpflichtet. Gründe genug also für die Mitglieder, dem Vorstand grünes Licht für die geplanten Maßnahmen zu geben. Ganze Arbeit leistete dann die Firma Hörmann aus Wertingen. Altes Dach runter, neue Bedeckung drauf sowie eine Längsseite der Halle saniert…und das alles innerhalb von 14 Tagen.
Damit aber nicht genug. Auch der in die Jahre gekommene Hallenboden entsprach nicht mehr den Anforderungen. Als die Tennis- Weltspitze der Damen heuer beim WTA-Turnier in Stuttgart erstmals in der Halle auf Sand um den Porsche-Cup spielte und damit Neuland betrat fiel das Echo unter den Teilnehmerinnen ausnahmslos positiv aus. Das war freilich nicht der Grund dafür, dass sich die Verantwortlichen des TC Günzburg vor der Sanierung ihrer vereinseigenen Halle für den gleichen Belag entschieden.
Schon vorher, eher durch Zufall auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden und vom einstimmigen Votum der Mitglieder beflügelt, war die Auftragsvergabe an die Firma „Sportas“ aus dem westfälischen Olfen nur noch Formsache. Firmengründer Hans-Joachim Schneider hat den einzigartigen Bodenbelag „Tennis-Force“, der innerhalb weniger Tage eingebaut wird, vor zehn Jahren entwickelt und inzwischen perfektioniert. Der mit knapp 500 Mitgliedern zweitgrößte schwäbische Tennisverein ging also kein Risiko ein. Vielmehr wurde eine Vorreiterrolle übernommen, gibt es doch in Bayern sonst noch in keiner Halle diesen Untergrund.
Schon die Ankündigung, dass künftig auch im Winterhalbjahr auf Sand gespielt werden kann, löste einen wahren Boom aus. Auf Anhieb wurde eine fast 80prozentige Auslastung der beiden Plätze erreicht. Zwischen 14 und 22 Uhr weist der Belegungsplan keine Lücke auf. Seit zwei Monaten wird nun schon auf dem Belag gespielt, der den Sandplätzen beim Grand-Slam-Turnier in Paris sehr ähnlich ist und der Günzburgs Tennisspieler bei der Ausübung ihres Sports ein ganz neues Hallengefühl erleben lässt. Sowohl in sportlicher als auch in finanzieller Hinsicht erfüllt der als einziger von der Internationalen Tennis-Föderation offiziell zertifizierte Sandbelag in der Halle, der nicht mit Wasser gesprengt werden muss, also die TCG-Erwartungen.