Turnierbericht Romacup 2009
Günzburg / tepe / Drei Tage Bilderbuchwetter, drei Tage sportliche Höchstleistungen, das gehört zusammen, wenn der TC Günzburg sein internationales Tennisturnier um den Roma-Cup ausrichtet. Spielerinnen und Spieler, aber auch die Organisa-toren traten bei der Neuauflage dieser Veranstaltung den Beweis dafür an, dass die gelungenen Premiere vor einem Jahr keine Eintagsfliege war. Rund 250 begeisterte Zuschauer verfolgten am Sonntag die Matches der Vorschlussrunde und die End-spiele. Mit den Erfolgen von Lydia Steinbach und Tomas Jecminek setzten sich schließlich die Favoriten durch.
„Da hatte ich einige Nächte lang Einschlafprobleme“, gesteht Turnierleiter Peter Führer . „Wir machten uns schon ein bisschen Sorgen, das Turnier könnte nicht auf das Interesse stoßen, von dem wir ein Jahr zuvor so angenehm überrascht waren“. Wie auf Kommando trafen dann aber plötzlich die Meldungen ein, 80 an der Zahl und damit sogar zehn mehr als vor zwölf Monaten. Schließlich wurden die Setzlisten bei Damen und Herren auch heuer von Akteuren angeführt, die deutlich unter den Top-100 in Deutschland notiert sind.
Überraschungen brachte der Turnierverlauf eigentlich nur bei den Damen. Von den acht Gesetzten blieben einige vorzeitig auf der Strecke. Völlig unerwartet traf es die an zwei gesetzte Steffi Bachofer vom TC Weissenhof-Stuttgart. Die deutsche Nummer 35 wurde von der Spielstärke der erst 16jährigen Serbin Maja Mladenovic sichtlich überrascht und gab beim Stande von 6:7, 3:2 wegen Rückenproblemen auf.
Mit einer Klasseleistung warf Izabella Zgierska vom Bayernligisten TSV 1860 Rosenheim gleich in Runde eins die an fünf gesetzte Katharina Jobst
(TC Großhesselohe) aus dem Rennen. Nicht besser erging es der Topspielerin des Regionalliga-Absteigers TF Dachau, Nina Killi. Sie musste gegen Bianca Schlumberger vom württembergischen Regionallia-Club TC Ravensburg die Segel streichen. Und schließlich erwischte es auch Simona Weymar. Die hinter Killi an acht gesetzte Rosenheimerin unterlag Theresa Jobst (TC Großhesselohe).
Ihren Siegeszug setzten Lydia Steinbach, die deutsche Nummer 16 aus Halle an der Saale und Melanie Hafner vom Regionalligisten TC Schießgraben Augsburg im Viertelfinale fort. In der Vorschlussrunde entschied die Favoritin auch den vierten direkten Vergleich der beiden Damen zu ihren Gunsten. Die untere Hälfte des Tableaus wirbelte Gabriela Kucerova kräftig durcheinander. Ihr Triumph über die blutjunge und noch etwas unerfahrene Mladenovic sowie die an sechs gesetzte Jennifer Dürrschnabel (TC SW Bous) war für Insider keine Überrschung. Schließlich war die sympathische Regensburgerin (TC Rot-Blau) vor Jahren im WTA-Zirkus um Platz 150 notiert. Im Halbfinale machte sie mit der übernervervös wirkenden Zgierska kurzen Prozess. Einen Satz lang hielt Kucerova das Endspiel offen, dann aber setzte sich die deutlich bessere Physis von Lydia Steinbach durch.
Anders als bei den Damen blieben im illustren Starterfeld der Herren Überraschungen Mangelware. Lediglich Aron Ehinger (TC Göppingen) sprengte die Phalanx der acht Topgesetzten. Karel Vesecky (TA SV Leingarten) stoppte den Vormarsch des Außenseiters schließlich. Der Vorjahressieger fühlt sich auf der Anlage des
TC Günzburg sichtlich wohl. Das bekam der in der deutschen Rangliste vor ihm postierte Christian Grünes (PTC RW Potsdam) zu spüren.
Der Dreisatzerfolg kostete Vesecky freilich viel Kraft und die reichte im Finale gegen seinen tschechischen Landsmann Tomas Jecminek (TC Radolfzell) nur noch einen Satz. Den holte sich der Günzburger Publikumsliebling mit 6:2. Dann aber würde sein Kontrahent immer sicherer und schließlich seiner Favoritenrolle gerecht (6:4, 6:2).
Auf dem Weg ins Endspiel ließ Jecminek den Vorjahreshalbfinalisten Christian Lichtenegger (TC RB Regensburg) ebenso abblitzen wie eine Runde zuvor Manuel Rieß (DJK Lechhausen). Letzterer hatte mit seinem Sieg über den an elf gesetzten Philipp Döhmel (TF Dachau) für eine kleine Überraschung gesorgt. Der an drei gesetzte Marc Meigel vom Regionalligisten TC Bruckmühl-Westerham streckte im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Jecminek für den Geschmack des objektiven Betrachters doch ein bisschen früh die Waffen (3:6, 0:6).