Günzburg Das internationale Ranglistenturnier um den „ROMA-Cup, das heuer zum dritten Mal abgewickelt wurde, lockte zwar weniger Teilnehmer als in den Jahren zuvor auf die Anlage des TC Günzburg. Die Qualität ließ hingegen keine Wünsche offen, war doch der an Position acht gesetzte Nils Schuhmann in der deutschen Rangliste noch auf Platz 138 geführt. Den Sieg sicherte sich nicht unerwartet die Nummer eins der Setzliste, Philipp Regnat vom TC Großhesselohe. Für den gleichen Verein war zuletzt Ana Jovanovic aktiv. Die deutsche Nummer 15 und 280. der Weltrangliste war im Damenfeld eine Klasse für sich und gewann souverän.

„Land unter“, so der Zustand der Tennisanlage des TC Günzburg am Freitag gut eine Stunde vor Beginn des internationalen Ranglistenturnieres um den „ROMA-Cup. Dann aber hatte Wettergott Petrus ein Einsehen mit den Organisatoren, stoppte den Regen und schickte anhaltenden Sonnenschein. Fast pünktlich um 13 Uhr flogen die ersten Bälle über die Netze. Die blitzschnell  erstellten Pläne für eine Abwicklung der Spiele in verschiedenen Hallen wanderten in den Papierkorb. Und weil das Wetter auch an den beiden folgenden Tagen entgegen ungünstiger Wetterprognosen stabil blieb, standen am Sonntagnachmittag wie geplant die Sieger fest.

Von den acht gesetzten Herren zogen immerhin sechs ins Viertelfinale ein. Weil mit Andreas Kauntz die Nummer drei krank aus dem Urlaub zurückkehrte und kurzfristig absagte, nutzte Markus Bartosch die Gunst der Stunde. Er bezwang in einem umkämpften Dreisatz-Match seinen Lindauer Mannschaftskollegen Mario Urban. Zweiter ungesetzter Spieler im Feld der letzten Acht war Maik Ulrich vom TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz. Der 18Jährige schaltete nach seinem Sieg über den einzigen Günzburger Starter, Felix Rottler, mit Sebastian Farkas die Nummer Sieben der Setzliste aus.

Auf dem Weg in die Vorschlussrunde gab Philipp Regnat in drei Matches ganze sieben Spiele ab.  Auch gegen Karel Vesecky vom SV Leingarten, den Sieger des Jahres 2008 und Finalteilnehmer von 2009, wurde die deutsche Nummer 66 ihrer Favoritenrolle gerecht. Im unteren Teil des Tableaus beeindruckte Christian Lichtenegger vor allem im Halbfinale gegen den an vier gesetzten Richard Drazny vom TB Erlangen. Der Regensburger Regionalligaspieler verletzte sich freilich in der Schlussphase dieser Auseinander-setzung und konnte zum mit Spannung erwarteten Endspiel gegen Philipp Regnat nicht mehr antreten.

Diesen Ausgang konnten die Zuschauer nicht ahnen, die zuvor ein tolles Damenfinale verfolgten. Ana Jovanovic, die sich ebenso erst in letzter Minute anmeldete wie ihre spätere Endspielgegnerin Steffi Bachofer, ließ auch im Halbfinale der ROMA-Cup-Siegerin von 2008 und frischgebackenen deutschen Meisterin der Damen 30, Petra Begerow, keine Chance. Was die sympathische Karlsruherin auch probierte, die Nummer 280 der Weltrangliste hatte meist die besser Antwort.

In einem hart umkämpften Duell über drei Sätze warf Katharina Bräutigam (TC Grün-Weiß Luitpoldpark München) mit Izabella Zierska (TSV 1860 Rosenheim) die Nummer vier der Setzliste aus dem Rennen. Die 19Jährige aus Tussenhausen bei Mindelheim wehrte sich nach Kräften, in der Runde der letzten Vier war Steffi Bachofer vom TC Weissenhof Stuttgart dann aber doch zu stark. Letztere musste freilich in einem absolut hochklassigen Finale Ana Jovanovic das höchste Preisgeld überlassen. Die Serbin ließ von Beginn an keine Zweifel aufkommen, reagierte ungerührt auf tolle Schläge ihrer Gegnerin und setzte sich schließlich deutlich durch. Von den sechs gemeldeten Vertreterinnen des TC Günzburg erreichte nur Sandra Alberino die zweite Runde.

Reibungslos

Dass sie ihr Handwerk verstehen, das machten die Organisatoren des TC Günzburg auch bei der dritten Auflage des ROMA-Cup eindrucksvoll deutlich. Für den erneut reibungslosen Ablauf dankte Turnierleiter Peter Führer seinen Mitstreitern Steffen Hasenfus, Klaus Herbst, Gerald Dorn, Barbara Wachs und Christine Viola sowie Platzwart Jürgen Waner.  Ein leichtes Amt hatten Oberschiedsrichter Hans Günter Spiess und sein Kollege Sebastian Polly.

 

 

das Bild zeigt (v.l.): S. Hasenfus (Turnierleitung), P. Regnat (1. Herren), S. Bachofer (2. Damen), P. Führer (Turnierleiter), A. Jovanovic (1. Damen), Chr. Lichtenegger (2. Herren)